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Gute-Praxis-Workshops (Foto: Jürgen Aloisius Morgenroth)
Gute-Praxis-Workshops (Foto: Jürgen Aloisius Morgenroth)

Gute-Praxis-Workshops

Die Workshops boten zu fünf Themenbereichen Input aus unterschiedlichen organisationalen Perspektiven.

 
Prof. Dr. Jetta Frost (Vizepräsidentin für Transfer, akademische Karrierewege und Chancengerechtigkeit der Universität Hamburg)
Irene Jecker (Leiterin der Abteilung Personal Universität Hamburg)
 
 

Welche Wirkungen hat eine Personalstrukturreform?

  • R3-Stellen (etablierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler) als Karrierephase in der Wissenschaft nicht ohne weiteres abbildbar im (klassischen) Stellenplan
  • Lecturer-/Research-Stellen: Abgrenzung zu Stellen der wissenschaftlichen Mitarbeitenden über Grad der Selbstständigkeit
  • keine negativen Effekte auf Berufungen feststellbar
  • fachbezogene Evaluationskriterien
  • Dauerstellen folgen dem Bedarf der Fakultäten; Professuren verfügen über weniger Stellen und dadurch insgesamt Annäherung an ein Department-Modell
  • fachspezifische Unterschiede in der Neigung zum Stellenwechsel
     

Was sind zentrale Erkenntnisse?

  • Modellwechsel nicht ausschließlich top-down durch das Präsidium, sondern auch durch Impulse aus den Fakultäten ("Pull-Effekt")
  • partizipativer Prozess wichtig, um Dekanate, Professorenschaft, Verwaltung und Personalverantwortliche frühzeitig einzubinden
  • Governance-Instrumente: Einrichtung einer strategischen Stabsstelle zur Koordination und Schnittstellenarbeit oder Aufbau eines 360°-Projektteams (bestehend aus Fakultäten, Nachwuchswissenschaft, Hochschulleitung, Personalrat)
  • Reformen nicht als Sparmaßnahmen nutzen oder framen
  • keine starren Vorgaben wie beispielsweise Quoten
  • Berücksichtigung fachspezifischer Unterschiede
  • ausreichend Zeit für Abstimmung und Umsetzung einplanen
  • Entwicklung gemeinsamer Leitlinien wie Code of Conduct "Gute Arbeit in der Wissenschaft"
  • Erfordernis zur Anpassung der Landeshochschulgesetze
  • Notwendigkeit zur detaillierten Anpassung von Stellenbeschreibungen
     

Was sind Umsetzungshürden?

  • Komplexes Tarifrecht (Einstufung, Befristung, Entfristung)
  • Unklarheit bei der Eingruppierung von Stellen mit Schwerpunkten in der Lehre (zum Beispiel bezüglich TV-L E15)
  • Unterschiedliche Akzeptanz des neuen Modells innerhalb der Fakultäten
  • Skepsis der Verwaltung gegenüber E14/15-Dauerstellen (insbesondere im Bereich Forschung und Lehre)
  • schwierige Übersetzung von Strukturänderungen bei vorhandenen Personalkapazitäten (insbesondere in der Entwicklungsphase)
  • Herausforderung bei der Umsetzung der neuen Karrieremodell-Stellen bei parallelem Stellenbestand (im wissenschaftlichen Mittelbau)
     

Wer sind Verbündete bei der Umsetzung?

  • Fakultäten und Dekanate als zentrale Akteure
  • Exzellenz-Cluster als Treiber der Entwicklung

 
Prof. Dr. Jutta Günther (Rektorin der Universität Bremen)
Dr. Cathleen Grimsen (Referatsleiterin Hochschulentwicklung und Kapazitätsplanung an Universität Bremen)
 
 

Ziele der Personalstrukturreform?

  • Professionalisierung von Personalstrukturkonzepten
  • Dauerhafte Stellen jenseits der Professur ermöglichen
  • Bessere Planbarkeit von Lehre, Forschung und Kapazitäten
  • Reform auch als Reaktion auf äußere Zwänge (etwa finanzielle Rahmenbedingungen, Weiterentwicklung des Fächerspektrums, veränderte hochschulische Aufgaben)
  • Leitmotiv an der Universität Bremen: Evolution statt Revolution
  • Kernbotschaft: wissenschaftliche Arbeit und Daueraufgaben in Lehre und Forschung langfristig planbar organisieren
     

Was waren die Erkenntnisse aus dem Reformprozess?

  • Reformen sind Lernprozesse ("learning by doing")
  • Beraten ist sinnvoller, als Vorgaben zu machen
  • Frühzeitige Einbindung der Fachbereiche wichtig
  • Klare Ordnungen, Leitfäden und Muster helfen
  • Kriterien müssen alltagstauglich sein ("Was brauche ich am Tag X?")
  • Interessierte Multiplikatorinnen und Multiplikatoren gezielt ansprechen und einsetzen
  • Zielvereinbarungen nur sinnvoll, wenn sie überprüfbar sind
  • Kernbotschaft: Reformen funktionieren nur, wenn Fachbereiche mit klaren Kriterien, Begleitung und Zeit zum Lernen befähigt werden
     

Welche Wirkungen hat die Reform?

  • Entlastung der Professuren
  • Klärung von Rollen (zum Beispiel Lecturer, Researcher)
  • Mehr Transparenz in Auswahlverfahren und Karrierewegen
  • Mehr Abstimmung erforderlich und mehr Komplexität beobachtbar
  • Größere Gestaltungsverantwortung bei den Dekaninnen und Dekanen
  • Kernbotschaft: Die Reform schafft mehr Klarheit und Professionalität, macht aber auch Zielkonflikte und Steuerungsfragen sichtbar.
     

Was sind die Umsetzungshürden?

  • Akzeptanz der Autonomie- und Ressourcenaspekte
  • Heterogenität zwischen Fachbereichen
  • Unklare Abgrenzung von Rollen
  • Umgang mit unbefristeten Stellen bei Wegfall von Aufgaben
  • Kapazitätslogiken beispielsweise in der Lehre schwer veränderbar
  • Gefahr von übergeordnetem Steuerungsverlust bei Dezentralisierung
  • Reform kostet Zeit und Energie
  • Kernbotschaft: Die größte Herausforderung ist die Ausgestaltung unbefristeter Stellen bei veränderten Aufgaben und begrenzten Steuerungsmöglichkeiten
     

Was sind Erfolgsfaktoren?

  • reformbereite Personalverwaltung, Fachreferate, Dekanate und Fachbereiche als Verbündete
  • klare Leitfäden, transparente Verfahren
  • kollaborative Umsetzung und Zeit als Erfolgsfaktoren
  • Kernbotschaft: Reformen gelingen dort, wo Verantwortung vor Ort übernommen wird – unterstützt durch Personalverwaltung

 
Dr. Sabine Helling-Moegen (Geschäftsführerin der Helmholtz-Gemeinschaft)
 
 

Problemdiagnose

  • zunehmend internationales Recruiting in der Wissenschaft herausfordernd für eine überwiegend deutschsprachige Verwaltung
  • Schwierigkeit in bestimmten Segmenten, wie etwa im IT-Bereich, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewinnen
     

Ziele

  • Standortbestimmung der Organisation und Wahrnehmung eigener Stärken sind wichtig, um authentische Leitlinien für die Personalrekrutierung zu entwickeln
  • Diskussion zu einem gemeinsamen Führungsleitbild ist essenziell
     

Voraussetzungen

  • Unterstützung einer angepassten Rekrutierungsstrategie durch die Leitung von Hochschulen/Forschungseinrichtungen notwendig und gemeinsames Bekenntnis der gesamten Organisation zur beschlossenen Rekrutierungsstrategie
  • systematische Zusammenarbeit von Personalabteilungen und der Kommunikationsabteilungen/Öffentlichkeitsarbeit der Organisationen essenziell, um eine abgestimmte Rekrutierungsstrategie auch kommunikativ gut vermitteln zu können
     

Instrumente der Fachkräftegewinnung

  • finanzielle Impulse von außen durch Förderprogramme
  • Notwendigkeit systematischer und das gesamte Stellenbesetzungsverfahren abbildender Prozesse für die Fachkräftegewinnung
  • Möglichkeit für Postdocs für eigene Projektgruppen mit Tenure-Option


Prof. Dr. Hans-Joachim Hof (Vizepräsident Lehre und Studierende der Technischen Hochschule Ingolstadt) 
 
 

Was sind die zentralen Ziele des Professional Tenure Track Programm der TH Ingolstadt?

  • Unterstützung der Tenure-Professur bei der Bearbeitung moderner Themen
  • Qualifizierungsbaustein für eigenes und externes Personal ("regionaler Solidargedanke")
  • Aufwertung und Gleichstellung der Tenure-Professur mit hausinterner Professur
  • Persönlicher Entwicklungsplan für Teilnehmende
     

Was sind zentrale Erkenntnisse?

  • Zielvereinbarungen für alle Nachwuchsprofessorinnen und -professoren mit Mentorinnen und Mentoren aus der Industrie, welche praxisnahe Kenntnisse mitbringen, werden seitens der TH Ingolstadt als sehr wichtig erachtet
  • strukturierte Evaluation unter Beteiligung unter anderem der Hochschulleitung sowie des Dekanats, aber geringe Erfahrung der Professorenschaft mit Zielvereinbarungen und Evaluationen
  • Vorteil der Hochschulen für Angewandte Wissenschaften bei der Expertise hinsichtlich der Auswahlverfahren aus der Wirtschaft (zum Beispiel Assessment Center)
  • Umsetzung des Programms nur auf landesgesetzlichen Grundlagen möglich
  • erste Kooperationen schwierig, aber basierend darauf Standardisierung und Übertragung auf weitere Kooperationen
     

Was sind Erfolgsfaktoren?

  • Einbindung alle relevanter Akteurinnen und Akteure
  • klare Unterstützung durch Hochschulleitung
  • Vernetzung mit Hochschuldachverbänden und mit politischen Akteurinnen und Akteuren
  • Initiierung des Programms über Förderprogramme zum Beispiel des Bundes, Verstetigung durch Eigenmittel
  • Kooperation mit der Industrie: Aufbau regionaler Netzwerke, Gewinnung von „First Movers“ als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren
     

Was sind Herausforderungen?

  • unklar, welcher Track zu einer Professur führt
  • Auswahlprozess: Prüfungsausschüsse mit teils eigenen Handlungsdynamiken
  • Hemmende rechtliche Rahmenbedingungen zwischen Wirtschaft und Wissenschaft (Arbeitnehmerüberlassung, Wissenschaftszeitvertragsgesetz)
  • Inkompatible Bewertungskriterien der Professur (bei weiterhin starker Orientierung von Veröffentlichungen und Drittmitteln)


Dr. Tina Klug (Kanzlerin der Hochschule RheinMain)
 
 

Ausgangslage

  • unklare Definition moderner Stellenprofile an Hochschulen
  • niedriger Anteil entfristeter Stellen im Mittelbau
  • Diskussion über den Vorteil von klarer Trennung von Stellen für Forschung und Lehre
  • Konfliktpotenzial zwischen Level/Anzahl der Professuren und realen Mittelkürzungen
     

Fragen der Hochschulentwicklung

  • strategische Nachfolgeplanung als Instrument der Personalstrukturentwicklung
  • Bereitschaft von Fachbereichen/Fakultäten, Professuren (und weitere Stellen) zugunsten neuer Strukturen umzuwidmen
  • Potenzial der Pensionierungen als mögliches „Zeitfenster“ für Strukturentwicklung
  • Notwendigkeit, alle Führungsebenen und Organisationseinheiten einzubeziehen
  • Verantwortung der Hochschulleitung: Organisationsentwicklung aus der Leitungsebene in die Fachbereiche hineintragen
  • Zielzahlen der Promovierenden als Steuerungsgröße
  • Ressourcenfrage:  Was benötigen Hochschulen zusätzlich? Worauf können sie ggf. verzichten
  • Modernisierung von Prozessen als Voraussetzung für neue Personalstrukturen
     

Forderungen für wissenschaftliche Karrierewege

  • Notwendigkeit der Durchlässigkeit zwischen wissenschaftlichem und nicht-wissenschaftlichem Personal → alternative Karriereoptionen für Personen mit nicht-linearen Forschungsbiografien
  • institutionsübergreifende Karriere- und Entwicklungsperspektiven → insbesondere zwischen Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen
  • Kombiverträge für wissenschaftliches/wissenschaftsnahes Personal → hochschulübergreifend definieren zur bundesweiten Vergleichbarkeit
  • Entwicklungsperspektiven für das Wissenschaftssystem insgesamt, nicht nur für einzelne Hochschulen
  • Option zum Ausbau der Tandem-Professuren prüfen
     

Finanzierungsfragen

  • zusätzliche Mittel trotz Kürzungen? Müssen bestehende Mittel umgeschichtet werden? Wie kann das Budget für den Mittelbau gesichert werden?
  • Wie ist bei den Unterschieden in den Bundesländern (zum Beispiel Personalstellenplan vs. Globalhaushalt) zu berücksichtigen?
  • Lassen sich Hochschulstrukturpläne als Entwicklungsinstrument nutzen?
  • Können dauerhafte Drittmittelprojekte für Finanzierung entfristeter Beschäftigung genutzt werden?
     

Tarif- und Rechtsrahmen

  • Tarifsystem erlaubt keine Höhergruppierung bei gleichbleibenden Aufgaben → Anpassung hinsichtlich der Stellenbeschreibungen infolge eines umfassenderen Erfahrungs- und Kompetenzaufbaus daher notwendig
  • Möglichkeit einer Standardisierung von Entgeltgruppen entlang des Personalstrukturmodells des Wissenschaftsrats mit klar definierten Kriterien
  • Eingruppierung im TV-L als Aufgabe der Tarifpartner
     

Forderungen an die Politik

  • Anpassung gesetzlicher Rahmenbedingungen
  • Bereitstellung zusätzlicher Mittel
  • Unterstützung durch den Bund bei der Prozessmodernisierung

Die Dokumentation der Gute-Praxis-Workshop-Ergebnisse variiert in Umfang und Tiefe, da jede Untergruppe eigene Schwerpunkte setzte. Dies spiegelt die Vielfalt der Arbeitsprozesse und Schwerpunkte wider, die während des gesamten zweitägigen Workshops entstanden.

 

Gute-Praxis-Workshops (Foto: Jürgen Aloisius Morgenroth)
Gute-Praxis-Workshops (Foto: Jürgen Aloisius Morgenroth)
Foto: Jürgen Aloisius Morgenroth
Impressionen aus den Gute-Praxis-Workshops
Gute-Praxis-Workshops (Foto: Jürgen Aloisius Morgenroth)
Gute-Praxis-Workshops (Foto: Jürgen Aloisius Morgenroth)
Foto: Jürgen Aloisius Morgenroth
Impressionen aus den Gute-Praxis-Workshops
Gute-Praxis-Workshops (Foto: Jürgen Aloisius Morgenroth)
Gute-Praxis-Workshops (Foto: Jürgen Aloisius Morgenroth)
Foto: Jürgen Aloisius Morgenroth
Impressionen aus den Gute-Praxis-Workshops
Gute-Praxis-Workshops (Foto: Jürgen Aloisius Morgenroth)
Gute-Praxis-Workshops (Foto: Jürgen Aloisius Morgenroth)
Foto: Jürgen Aloisius Morgenroth
Impressionen aus den Gute-Praxis-Workshops
Gute-Praxis-Workshops (Foto: Jürgen Aloisius Morgenroth)
Gute-Praxis-Workshops (Foto: Jürgen Aloisius Morgenroth)
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Impressionen aus den Gute-Praxis-Workshops
Gute-Praxis-Workshops (Foto: Jürgen Aloisius Morgenroth)
Gute-Praxis-Workshops (Foto: Jürgen Aloisius Morgenroth)
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Impressionen aus den Gute-Praxis-Workshops
Gute-Praxis-Workshops (Foto: Jürgen Aloisius Morgenroth)
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Impressionen aus den Gute-Praxis-Workshops
Gute-Praxis-Workshops (Foto: Jürgen Aloisius Morgenroth)
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Impressionen aus den Gute-Praxis-Workshops
Gute-Praxis-Workshops (Foto: Jürgen Aloisius Morgenroth)
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Impressionen aus den Gute-Praxis-Workshops
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